KASPAR STIELER - Der Teutschen Sprache Stammbaum und Fortwachs / oder Teutscher Sprachschatz, Nürnberg 1691 - abgeschlossen

Stielers semantische und grammatische Angaben zum Stichwort sind gänzlich in Latein gehalten; deutsche Beispiele ohne Übersetzung kommen nicht vor. Auch er illustriert das semantische Spektrum weitgehend über die Auflistung von Verbindungen wie aber doch, gleichwol aber, sonsten aber usw.

Bei Stieler ist das Stammwortprinzip auch im Artikel aber deutlich zu erkennen: Komposita werden in den Artikel integriert, nicht an ihrer alphabetischen Position eingeordnet. Stieler unterscheidet dabei die Bildungen nach den unterschiedlichen Bedeutungen von aber. Mit der - nicht gänzlich fehlerfreien - Formulierung modo contrarietatem significat, ut videre est präsentiert er Aberglaube und Aberwitz; als Beleg einer anderen Ausgangsbedeutung stellt er ihnen abereins gegenüber.

Den Beispielsatz Es ist kein Mensch ohne ein Aber übernimmt Stieler von Henisch, ohne ihn allerdings als redensartlichen Gebrauch zu klassifizieren.

 

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